Genialer Helfer - Warum der Fitness-Tracker Dein Leben leichter macht

28. Oktober 2018

Stell Dir vor, Dein Auto hat täglich nur noch fünf Liter im Tank. - Ja, damit kommst Du nicht sehr weit. Echt mies!

Und jetzt stell Dir vor, Du fährst zusätzlich noch ohne Tankanzeige herum. Du weißt also nie so ganz genau, ob und wo Du gleich mit Deinem Auto liegen bleibst. – Oh yes, super duper mies!

Genau so ist es mit ME/CFS zu leben, vor allem, wenn Du Deine körperlichen Grenzen nicht kennst. Du fühlst Dich ganz gut, gehst einkaufen und dann zerlegt es Dich ein paar Stunden später. Zu viel gemacht! Damn! Was brauchen wir deshalb? – Genau, Eine Tankanzeige! Oder in unserem Fall:

Eine Akku-Anzeige für unseren Körper

Es gibt kaum etwas Wichtigeres bei ME/CFS als seine individuellen körperlichen Grenzen einzuhalten. Ansonsten riskierst Du, dass sich Dein Zustand zunehmend verschlechtert. Deshalb solltest Du Deine Energie richtig einteilen und Pacing betreiben. Und genau dabei können Dir Fitness-Tracker und Pulsuhren helfen.

Du fragst Dich jetzt sicher, wie so ein Ding denn bitteschön wissen soll, wie viel Energie Du noch zur Verfügung hast? Gute Frage. Das weiß er natürlich nicht. Aber Du wirst es zusammen mit ihm herausfinden. Der Tracker misst Deine Aktivitäten, Ruhezeiten, den Puls und den Schlaf - und macht so Deine oft sehr subjektiv wahrgenommene Leistungsfähigkeit objektiv sichtbar. Wenn Du nun zusätzlich ein Aktivitätstagebuch führst und aufschreibst, was Du gemacht hast und wie es Dir danach ging, wirst Du mit der Zeit Muster erkennen. Du stellst dann zum Beispiel fest, dass der Crash immer dann auftritt, wenn Du laut Tracker mehr als vier Stunden Aktivität am Tag hattest. So kennst Du Deine Grenze und weißt: Ok, ich sollte mich innerhalt der vier Stunden bewegen, sonst riskiere ich eine Verschlechterung.

Was aber bringt Dir der Tracker jetzt für Deinen Alltag?

1. Der Tracker hilft Dir dabei, ME/CFS zu kontrollieren

Mein Krankheitsverlauf war immer sehr schwankend: Ich hatte bessere Tage und schlechtere – und selbst im Tagesverlauf gab es teils stündliche Veränderungen. Ich konnte dadurch kaum etwas planen und habe ständig nur auf die verrückten Aktionen meines Körpers reagiert. Ich wurde gelebt – von ME/CFS, anstatt selbst bestimmen zu können, was in meinem Leben passiert. Der Tracker hat mir in Verbindung mit meinem Aktivitätstagebuch geholfen, meinen Körper und die Symptome besser zu verstehen. Und dadurch konnte ich die Krankheit besser managen. Ich hatte die Symptome nach und nach besser im Griff, mein Energielevel wurde stabiler und so konnte ich immer mehr selbst über meinen Alltag und mein Leben bestimmen.

2. Der Tracker zeigt Dir Fortschritte an

Der Tracker sagt Dir nicht nur, was Du am Tag alles gemacht hast, Du bekommst auch ziemlich coole Wochen- und Monatsstatistiken. Ich konnte oft gar nicht sagen, wie es mir geht. Besser? Schlechter? Keine Ahnung! Dann habe ich angefangen verschiedene Monate miteinander zu vergleichen - und da haben sich kleine Verbesserungen gezeigt. Extrem motivierend, ich sag´s Dir! Du weißt dadurch einfach, dass Du auf dem richtigen Weg bist.

Genauso kann Dich der Fitness-Tracker dabei unterstützen, herauszufinden, ob Dir eine Behandlung hilft oder wie sich ein Medikament auf Deine körperliche Leistungsfähigkeit auswirkt. Ein Freund sagte da mal zu mir: Naja, aber Du hast doch auch noch sowas wie ein Körpergefühl. Daran solltest Du das doch auch merken?! Das Körpergefühl ist bei ME/CFS gerade am Anfang sowas von gar nicht mehr vorhanden. Wenn Du rund um die Uhr Symptome hast, gibt es einfach keinen "Normalzustand" mehr, an dem Du Dich orientieren könntest.

Natürlich merkst Du es, wenn Dich ein Schlaf-Medikament wegbeamt. Bei alternativen Behandlungsmethoden oder auch beim Pacing können die Veränderungen gerade zu Beginn aber minimal sein. Bei ME/CFS ist es schon ein Fortschritt, wenn Du statt 4:30 h Aktivität am Tag 4:35 h schaffst. Und ganz ehrlich: Die fünf Minuten merkst Du subjektiv nicht. Oft stellst Du erst nach mehreren Monaten oder sogar Jahren fest, dass Du mehr Aktivität hast – ähnlich, wie Du nach der Wintersonnenwende lange nichts davon merkst, dass es jeden Tag etwa drei Minuten länger hell ist. Das stellst Du vielleicht erst nach mehreren Wochen fest, wenn Du Dir denkst: Wow, 20 Uhr und es ist noch hell.

Bei ME/CFS ist da auch nochmal ein zusätzliches Problem: Du kannst eben nicht wie beim Beispiel Wintersonnenwende davon ausgehen, dass es jeden Tag kontinuierlich aufwärts geht. Mit der Erkrankung geht es oft zwei Schritte vor und einen zurück. Der Tracker kann also eine wertvolle Unterstützung sein, um einen Langzeittrend zu erkennen.

3. Der Tracker gibt Dir Vertrauen

Wenn ein Wochenendausflug mit Freunden anstand, hatte ich immer gemischte Gefühle: Einerseits habe ich mich super auf das Wochenende gefreut, andererseits war da aber auch die Sorge, dass ich mich übernehme. Der Tracker ist da eine gute psychologische Stütze. Mit ihm kann ich eben besser abschätzen, ob der Restaurantbesuch am Nachmittag noch drin ist oder nicht. Und allein das hat mir wieder mehr Sicherheit und auch Vertrauen in meinen Körper gegeben. Mit meinem Helferlein am Arm habe ich mir dann auch zugetraut, alleine zu verreisen.

Natürlich wirst Du auch trotz Tracker noch Rückfälle haben. Gerade wenn ich mit Freunden Spaß hatte, habe ich meistens nicht auf den Tracker geachtet und bin über meine Grenzen gegangen. Und ja, das darf auch mal sein und tut verdammt gut – zumindest bis der Crash kommt. ;-) Durch den Tracker wusste ich dann aber zumindest, wieso es mir schlechter ging – also, an welchen Tagen ich zu viel gemacht habe und welche Aktivitäten die Verschlechterung ausgelöst haben.

Mein Fazit:

Der Fitness-Tracker ist meiner Meinung nach ein Bomben-Hilfsmittel für ME/CFS. Ich persönlich kann den Polar A360* oder das Nachfolgemodell Polar A370* empfehlen. Und ja, ich habe ME/CFS-Betroffene kennengelernt, die keine Tracker-Fans sind – zu viel Technik, zu viel Strahlung, zu viel Überwachung. Das ist völlig in Ordnung. Denn das darf jeder so machen, wie er möchte. Ich kann nur für mich sprechen: Der Tracker hat mir wahnsinnig viel Lebensqualität und Unabhängigkeit zurückgegeben. Und das überwiegt für mich alles andere bei weitem.

Keep Going!

Deine Kathi


*Bei diesem Link handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Das heißt: Wenn Du das Produkt über den Link bestellst, bekomme ich eine kleine Provision. Für Dich ändert sich dadurch nichts am Preis. Mein Versprechen an Dich: Ich empfehle nur Produkte, hinter denen ich voll und ganz stehe und das Geld nutze ich für die CFS-Ladestation. Wenn Du anderweitig bestellen magst, auch kein Ding. Ansonsten freue ich mich und sage Danke für Deine Unterstützung!

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