Über Mich

Hallöchen!

Ich bin Kathi, 31, Journalistin, Kopfkino-Regisseurin, Überlebenskünstlerin und Lebensgenießerin.

Na, wie geht’s Dir?

Immer noch nicht besser?

Aber Du siehst gar nicht krank aus?!

Vielleicht mal richtig ausschlafen?

Ich kenne da übrigens einen guten Arzt!

Du kennst sie bestimmt auch, diese Fragen und Ratschläge aus Deinem Umfeld. Sie sind gut gemeint, ja. Aber es gibt Tage, da kann man sie einfach nicht mehr hören. Denn mit ME/CFS schießen uns ja selbst tausend Fragen durch den Kopf:

  • Warum zur Hölle geht es mir so dreckig und wann hört das endlich auf?
  • Hört das überhaupt irgendwann auf?
  • Warum schaffe ich es nicht einmal mehr, mich im Bett umzudrehen?
  • Wie kann man bitte so viele Symptome auf einmal haben?
  • Meine Laborwerte sind alle in Ordnung? Stell' ich mich jetzt vielleicht doch nur einfach an?
  • Ich soll was beantragen? Eine Rente? Quatsch, nur noch zwei, drei Tage, dann bin ich wieder fit!
  • Dafür habe ich also studiert? Gearbeitet? Mir ein Leben aufgebaut?

Fragen über Fragen – und keine Antworten. Wie sich ME/CFS damals für mich angefühlt hat? Wie Fazilla! Wie ein hässliches, fettes, undefinierbares Monstrum. Wie ein gigantischer Mix aus Fatigue und Godzilla.

Du wirst dieses hinreißende Teil noch häufiger auf dem Blog antreffen! Tag und Nacht hatte ich es an der Backe. Woher es plötzlich kam? Ich weiß es nicht! Warum es da war? Kein Ahnung. Ich wusste nur, ich will es nicht! Es hat mir das Leben zur Hölle gemacht. Launisch und völlig unberechenbar. Ich will mir etwas zu Essen machen, Fazilla lieber schlafen. Ich will einkaufen, Fazilla läuft nicht mit. Ich will schlafen, Fazilla dreht plötzlich so richtig auf?! Ich war so sauer und frustriert. Ich habe es angeschrien. Ich habe es ignoriert. Ich habe es gehasst.

Der 22. Februar 2015 hat mein Leben für immer verändert

Ich war damals 26 und als Radioreporterin und Online-Journalistin für den Bayerischen Rundfunk im Einsatz. Arbeiten, mit Freunden on Tour und vor allem viel Sport - das war mein Leben. Wo action war, war ich. Egal, ob Fußballspielen, Fitness-Studio, Wandern oder Kanufahren. Ich habe einfach alles geliebt, was irgendwie mit Bewegung zu tun hat.

Und dann bekomme ich einen Infekt und kann wenige Wochen später nicht mal mehr 30 Meter am Stück laufen. Mein Körper hat ein buntes Feuerwerk an wilden Symptomen abgefeuert, die ich mir in meinen schlimmsten Albträumen nicht mieser hätte ausmalen können. Rund um die Uhr total kraftlos wie bei einer heftigen Grippe, dazu starke Schmerzen, Gedächtnisausfälle, Schwindel, Übelkeit - und die Ärzte waren ratlos.

Unbegreiflich war das damals für mich! Und Ich dachte, dass ich der einzige Mensch auf der Welt mit dieser komischen Erkrankung bin - bis ich im Internet von ME/CFS gelesen habe. Nach einem Ärzte-Marathon bekam ich nach rund einem Jahr die Diagnose CFS an der Berliner Charité. Mit 28 Jahren wurde ich dann befristet berentet. Wenn Du Dir meine Geschichte anhören willst, dann klicke auf den folgenden Radiobeitrag:

Gefühlt war es für mich vorbei. Ende. Over. Aus.

Mein Leben war plötzlich weg und mit ihm alles was mich zuvor als Mensch ausgemacht hatte. Daneben begannen dann auch noch Kämpfe mit Behörden und Versicherern. Ich dachte manchmal echt: Ich drehe gleich durch. Ich schmeiß einfach alles hin. Ich schaffe das nicht mehr.

Vielleicht stehst Du auch gerade an diesem Punkt und fragst dich, welchen Sinn Dein Leben gerade noch hat. Oder ein lieber Mensch aus Deinem Umfeld ist betroffen. Das ist eine unfassbar schwere Zeit, ich weiß. Aber Du bist nicht allein. Und gemeinsam kommen wir da besser durch.

Es lohnt sich auf jeden Fall weiterzumachen!

Warum? Es hat etwas gebraucht, aber mit der Zeit habe ich gelernt, meine Erkrankung zu akzeptieren und als Teil von mir anzunehmen. Und genau so konnte ich mich nach und nach aus den Ketten von Fazilla befreien. OMG, wie erlösend! Ganz alleine gehe ich heute aber dennoch nicht durchs Leben: Oma Inge ist jetzt die meiste Zeit an meiner Seite. ;-) Warum Inge? Weil meine Oma so heißt. Und ich ganz oft das Gefühl habe, mit ihr unterwegs zu sein.

Wir brauchen für alles ein bisschen länger, machen gerne mal ein Päuschen auf einer Bank, und sitzen bei Ausflügen und Reisen auch hin und wieder mal im Rollstuhl. Und trotzdem haben wir so viel Spaß und genießen ganz bewusst jeden einzelnen Tag: Wir nehmen alles, wie es kommt, lassen Fünfe mal grade sein und freuen uns über die kleinen und einfachen Dinge im Leben.

Klar, es ist ein anderes Leben als vor der Erkrankung. Aber es ist nicht schlechter. Einfach nur anders.

Du denkst jetzt bestimmt: Ein Fazilla-Monster-Dingsbums? Die liebe Oma Inge? Und das eine verwandelt sich dann ins andere oder wie? Alter, was labert die da? Ich will doch einfach nur meine Ruhe. Ja, kann ich verstehen. Aber hey, was hast Du noch zu verlieren? Alles ist besser, als sich von einem launischen Fazilla das Leben diktieren zu lassen. Und wenn ich Dir beim ewigen Rumvegetieren zumindest mal ein schmunzeln entlocken kann, dann ist es das schon Wert.

Wir haben richtig viel Power in uns ...

... sonst hätten wir diese Krankheit wohl auch nicht bekommen. Und genau diese Power ist es auch, die uns wieder aus dem tiefen Sumpf zieht und uns stärker machen kann, als je zuvor. Es braucht Zeit, und ja, es ist harte Arbeit! Aber ganz ehrlich: Im Sumpf stecken zu bleiben, ist in meinen Augen noch viel härter.

Also, lass es uns angehen. Lass uns aus Fazilla eine Oma Inge machen. Ganz slow. Schritt für Schritt. Wenn ich das schaffe, schaffst Du das auch!

Keep Going!

Deine Kathi

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